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Grappa sieht rosa

Ein Coming-out mit fatalen Folgen

Bierstadt arbeitet an dem Image einer weltoffenen und toleranten Metropole. So kommt es nicht von ungefähr, dass der russische Agrarminister nach seinem Coming-out ausgerechnet das Herz Westfalens als Ziel seiner Flucht wählt. Hier will er nun seinem zwanzigjährigen Lebensgefährten das Jawort geben. Mitten in die Vorbereitungen des international beachteten Ereignisses platzt die Meldung über einen grausamen Mord: Das Opfer, Skandalreporter Felix Mohr, war berüchtigt für seine homophoben Artikel und Grappa sieht rosa BAwusste offensichtlich von einem Anschlag auf die bevorstehende Hochzeit. Zu ihrer großen Überraschung erfährt Maria Grappa, dass Felix Mohr selbst schwul war. Georg Baum, ein Mitbegründer der ›Klemmschwestern‹ führt die Journalistin in die Szene ein – und Grappa erfährt Dinge, die sie nicht für möglich gehalten hätte.

Amazon-Kritik: Typisch für die Romane von Frau Wollenhaupt ist es, dass sie aktuelle Themen aufgreift und mit Anspielungen auf allseits bekannte Personen des öffentlichen Lebens arbeitet. Aus all ihren Büchern sprechen Toleranz und Aufgeklärtheit, und das wirkt nie trocken, sondern wird humorvoll dargeboten. In diesem, ihrem 24. Grappa Roman teilt sie ein paar Seitenhiebe gegen verlogene kirchliche Gruppierungen aus und beleuchtet die schwule Szene. Obwohl sie hierfür Verständnis vermittelt, liefert sie keine beschönigende Ansicht dieser Szene.

Grappa im Netz

Grappa chattet – das geht nicht für alle gut aus!

Die Reporterin Maria Grappa soll aushilfsweise eine Flirtshow für das Regionalfernsehen konzipieren – und das macht ihr gar keinen Spaß. Viel lieber würde sie Bierstadts Oberbürgermeister Jakob Nagel suchen, der im Jemen verschollen ist, oder wenigstens die Frau stellen, die fremdgehende Männer in Hotelzimmer lockt und Grappa im Netz BAvergiftet. Zumal Grappas Chatpartner „Strammer Hengst“ behauptet, die Reporterin habe etwas mit den Morden zu tun.

Amazon-Kritik:  Diese Gabriella Wollenhaupt hat hervorragendes Hintergrundwissen. Deshalb sind ihre Romane nicht nur glaubwürdig, sondern auch realistisch und daher besonders spannend. Was sie zum Beispiel über das Fernsehgeschäft schreibt, da werden einem die Augen geöffnet. Ihre Romane sind nie Massenware, sondern sorgfältig geschriebene Einzelwerke. Gerade diesen Roman habe ich mit besonderem Genuss gelesen!