Grappa lässt die Puppen tanzen

Bierstadt räumt auf: Wohin mit 700 osteuropäischen Huren?

In Bierstadt macht man keine halbeGrappa lässt die Puppen tanzen BAn Sachen: Um den Zustrom der zumeist bulgarischen Prostituierten zu stoppen, wird gleich der ganze Straßenstrich geschlossen. Reporterin Maria Grappa soll über die Polizeiaktion berichten und stolpert prompt über eine Leiche. Die junge Frau wurde grausam zugerichtet und regelrecht abgeladen.

Bald ist bewiesen, was alle schon vermuteten: Die Tote ist eine der vielen Romafrauen, die vor dem Elend in ihrer Heimat geflüchtet sind. Grappa taucht ein in eine ihr fremde Welt, in der Frauen nichts wert sind, und stellt fest – die tote Frau ist erst der Anfang.

Amazon-Kritik: Gabriella Wollenhaupt befasst sich hier würdevoll mit einem ernsten Thema. Ich finde es besonders bemerkenswert, dass sie sehr differenziert mit den Problemen Armutsprostitution und Menschenhandel umgegangen ist. Fundierte Recherche und Milieubeschreibung ohne die Betroffenen zu diffamieren oder als ausschließlich „arme Würstchen“ darzustellen, ohne sich am Elend zu weiden oder Geilheit zu provozieren. Beeindruckt hat mich auch, dass sie – obwohl sozialkritisch und realistisch – das alles in eine spannende Handlung verpacken konnte, die die Lust am Lesen wach gehalten hat. Die „Bierstädter“ hatten darüber hinaus noch das Vergnügen, viele alte Bekannte wieder zu erkennen. Ich freu mich auf den nächsten Grappa. Danke, Frau Wollenhaupt.

 

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