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Blutiger Sommer

Ein Frauenmörder treibt sein grausames Spiel – Zweiter Teil der Rachel-Trilogie zusammen mit Friedemann GrenzBlutiger Sommer BA

Berlin 1846: Gleich zwei Verbrechensserien erschüttern die Stadt. An der Havel geht ein Vergewaltiger um und im Scheunenviertel werden junge Frauen regelrecht abgeschlachtet. Der leitende Ermittler Justus von Kleist steht bald gehörig unter Druck. Denn Polizeipräsident Eugen von Puttkamer geht es nicht nur um eine schnelle Aufklärung der Mordserie, er will den Fall auch für seine politischen Ziele nutzen. Deshalb passt es ihm gut, dass der erste Verdächtige ein Jude ist. Doch von Kleist glaubt nicht an dessen Schuld. Zufällig bringt ihn seine Frau Rachel auf eine Spur, die in eine ganz andere Richtung weist.

Amazon-Kritik: Blutiger Sommer ist ein sehr gelungener, außerordentlich fesselnder historischer Kriminalroman, mit ernster Handlung, die jedoch häufig feinen Humor durchblicken lässt, der manchmal auch ein wenig ironisch angefärbt ist. Bei diesem neuen Buch des Autoren-Ehepaars Wollenhaupt/Grenz dürfen sich die Leser auf eine spannende Handlung freuen, deren Ablauf scharfsinnig angelegt ist und die mit geistreichen Protagonisten aufwarten kann. Einige bekannte, damals reale Zeitgenossen werden ebenfalls erwähnt oder nahtlos in den Verlauf der Geschichte eingebunden. Mit viel Zeit- und Sozialkolorit sind die politische Situation, die Atmosphäre Berlins im Vormärz und auch die Lebensbedingungen der Armen im Scheunenviertel sehr anschaulich dargestellt. Man kann sich geistig gut in das beschriebene Milieu versetzen und rätselt automatisch mit, ob es sich bei den Morden und Vergewaltigungen um die Aktionen mehrerer Täter handelt, oder ob die ganzen Untaten einem einzigen Verbrecher zugeschrieben werden müssen. Beachtenswert und originell sind die kurzen Zusammenfassungen, die jedes Kapitel als Überschrift einleiten. Hier kann man wunderbar spekulieren, was sich hinter den knappen Bemerkungen verbirgt und in welcher Form sie in die Handlung einfließen. Das Buch bietet ausgezeichnete Krimikost und wird zugleich auch viele Liebhaber historischer Romane ansprechen.

Leichentuch und Lumpengeld

Historischer Kriminalroman in den Wirren des VormärzLeichentuch und Lumpengeld Kopie BA

1845, die Zeit vor der deutschen Revolution. In der preußischen Stadt Morgenthal findet der kleine Max die Leiche des Fabrikanten Emil Hartenau – ermordet. Merkwürdigerweise steckt in der Tasche des Toten ein demagogisches Gedicht. Ist der Mord politisch motiviert?
Ein Sonderermittler aus Berlin, Justus von Kleist, wird in die Kleinstadt geschickt. Die Morgenthaler machen es ihm nicht leicht, Licht in die Angelegenheit zu bringen. Den Sohn und Erben des Toten, Moritz Hartenau, interessiert nur der Profit und sogar Gendarm Kürten sagt nicht alles, was er weiß.
Fast gleichzeitig taucht der Franzose Elias Leclerc in der Stadt auf und erzählt von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Bei seiner Cousine Rachel Grünblatt rennt er offene Türen ein. Die junge Frau langweilt sich und engagiert sich mehr und mehr für die ausgebeuteten Weber und ihre Familien.
Niemand ahnt, welches Unheil durch das Tun eines jeden Einzelnen heraufbeschworen wird.

Amazon-Kritik: Gabriella Wollenhaupt hat wohl ein Faible für die Literatur des 19. Jahrhunderts. Ihr Krimi spielt nicht nur 1845, sondern der stark konstruierte Handlungsverlauf erinnert stark an Romane aus dieser Zeit. Das macht den Roman zu einer vergnüglichen Parodie. Die Charaktere sollten also nicht zu ernst genommen werden und die Auflösung des Kriminalfalls ist auch nicht sehr originell, so dass der eingefleischte Krimileser wohl nicht auf seine Kosten kommt. Aber historisch und literarisch interessierte Leser haben ihren Spaß. Wenn der Kommissar schon von Kleist heißt und der leibhaftige Heinrich Heine auftritt.